Zinn, Kupfer und die Geschichte Cornwalls
Wer heute vor den Ruinen von Wheal Coates steht, blickt zunächst auf ein Zinnbergwerk aus dem 19. Jahrhundert. Doch die Geschichte des Bergbaus in Cornwall begann bereits viele Jahrtausende früher.
Schon in der Bronzezeit war das Zinn aus Cornwall ein begehrter Rohstoff. Zusammen mit Kupfer entstand daraus Bronze – jenes Metall, aus dem Werkzeuge, Waffen und Schmuck gefertigt wurden. Cornwall verfügte über außergewöhnlich reiche Zinnvorkommen. Neuere Forschungen zeigen, dass Zinn aus Cornwall und Devon bereits vor mehreren tausend Jahren über Handelswege bis in den Mittelmeerraum gelangte und diese Halbinsel mit den großen Kulturen Europas verband.
Im 18. und 19. Jahrhundert erreichte der Zinn- und Kupferbergbau seinen Höhepunkt. Dank neuer Dampfmaschinen konnten immer tiefere Erzschichten erschlossen werden, und Cornwall entwickelte sich zu einem weltweit führenden Zentrum des Bergbaus. Als der Bergbau wirtschaftlich an Bedeutung verlor und die Gruben schlossen, nahmen Tausende von Bergleuten aus Cornwall ihr Wissen, ihre Traditionen und ihre Kultur mit in alle Teile der Welt.
Die Ruinen von Wheal Coates erinnern deshalb nicht nur an eine untergegangene Industrie. Sie erzählen von einer Landschaft, die über mehr als dreitausend Jahre hinweg die Geschichte Europas mitgeprägt hat.
