Der Wind als Weggefährte
In Cornwall ist der Wind ein unsichtbarer Weggefährte, der fast immer gegenwärtig ist. Man spürt ihn, sobald man die Halbinsel betritt: ein schmaler Landstreifen, der sich weit ins Meer hinaus erstreckt und nach drei Seiten offen ist.
Manchmal ist er kaum mehr als eine sanfte Brise, die über Hecken und Steinmauern streicht. Manchmal ist es ein kräftiger Westwind, der einen auf den Klippen beinahe vorwärtszutragen scheint. Dennoch wirkt er nur selten rau oder bedrückend. Die Luft bleibt ständig in Bewegung, als würde die Landschaft immer wieder neu Atem holen.
Wer dem South West Coast Path folgt, merkt schnell, dass Wandern hier zu einem fortwährenden Gespräch mit den Elementen wird. Hoch oben auf den Klippen kann der Wind plötzlich auffrischen. Nicht bedrohlich, aber stets deutlich spürbar.
Und genau das macht das Wandern hier so besonders. Der Wind klärt die Luft, treibt die Wolken in ständig wechselnden Formationen über den Himmel, lässt die Wellen rollen und taucht die Landschaft von einem Augenblick zum nächsten in ein anderes Licht.
Mit der Zeit wird der Wind zu etwas Vertrautem. Fast so, als würde er die Gedanken lösen, den Kopf frei machen und einen behutsam in den Rhythmus der Landschaft aufnehmen.