Der Leuchtturm von Godrevy, ein Zeichen am Horizont
Nach Stunden des Wanderns entlang des Küstenpfads, erscheint er plötzlich: der Leuchtturm von Godrevy, ein weißer Turm, einsam auf einer felsigen Insel im Meer. Ein Zeichen, nah und doch unerreichbar. Der Himmel wirkt weit, der Ozean grenzenlos. Hier spürt man die Unendlichkeit und zugleich die eigene Kleinheit.
Seit mehr als eineinhalb Jahrhunderten wacht dieser Leuchtturm über Schiffe, die den gefährlichen Riffen trotzen. Als Kind blickte Virginia Woolf von St Ives aus auf diesen Leuchtturm. Später machte sie ihn zum Symbol ihres Romans To the Lighthouse (1927), der heute als eines der bedeutenden Werke der modernen Literatur gilt.
In diesem Roman steht der Leuchtturm für die Ziele und Sehnsüchte, die wir im Leben verfolgen, und für die Frustrationen und verpassten Möglichkeiten, die oft damit verbunden sind. Die Reise zum Leuchtturm wird zu einer Metapher für Selbstreflexion und innere Entdeckung. So lädt Virginia Woolf den Leser ein, nicht nur über das Meer zu einer Insel zu reisen, sondern auch in die innere Landschaft der Seele, wo das eigentliche Abenteuer stattfindet.

