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St Breock

The Saints’ Way, ein Weg von Handel und Heiligkeit

Von Padstow an der Nordküste schlängelt sich ein alter Pfad durch Täler, Wälder und Heidelandschaften bis zum Hafen von Fowey im Süden. Dies ist der Saints’ Way, heute eine 48 Kilometer lange Wanderung, doch geformt über Jahrtausende. Lange bevor das Christentum hier Wurzeln schlug, transportierten Händler Waren von Küste zu Küste. Besonders kornisches Zinn wurde auf das europäische Festland gebracht, um die gefährliche Umrundung von Land’s End zu vermeiden.

Händler wurden gefolgt von Pilgern und Missionaren aus Irland und Wales, unterwegs in die Bretagne, nach Rom oder Santiago de Compostela. Mit dem Christentum erhielt der Weg eine neue Bedeutung: aus einer Handelsroute wurde ein Band aus Gebeten und Geschichten. Noch heute finden sich stille Zeugen entlang des Weges: verwitterte Steinkreuze, Kapellen und heilige Quellen.

Diese Schichtung macht den Saints’ Way einzigartig, indem er Handel und Heiligkeit, Weltliches und Sakrales, Meer und Meer miteinander verbindet. Für mich war es eine Reise des Übergangs: Die Landschaft verändert sich ständig, und jeder Schritt erinnert daran, dass man in den Spuren von Jahrhunderten geht.

Helman Tor, wo Granit und Geschichte zusammenkommen

Schon aus der Ferne zieht Helman Tor die Aufmerksamkeit der Wanderer auf sich, die dem Saints’ Way folgen. Der markante Tor, ein Hügel, dessen Gipfel von einer freistehenden Felsformation gekrönt wird, erhebt sich etwa 209 Meter über die umliegende Landschaft und wacht seit Jahrhunderten als natürlicher Aussichtspunkt über das zentrale Cornwall. Wer den kurzen Aufstieg zum Gipfel unternimmt, wird mit einem weiten Blick über Wälder, Heideflächen und sanft geschwungene Felder belohnt – eine Landschaft, die dazu einlädt, innezuhalten und die Umgebung in aller Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Doch Helman Tor ist weit mehr als ein schöner Aussichtspunkt. Der Granithügel erzählt eine Geschichte, die Hunderte Millionen Jahre zurückreicht. Sein Granit entstand tief unter der Erdkruste während der geologischen Entstehung Südwestenglands. Erst viel später trugen Wind, Regen und Frost die weicheren Gesteinsschichten ab, sodass die widerstandsfähige Granitmasse als natürlicher Tor über der Landschaft stehen blieb. Auf dem Gipfel liegen mehrere große Granitblöcke, darunter sogenannte logan stones: schwere Steine, die sich bei Berührung an der richtigen Stelle leicht bewegen können.

Archäologen haben hier Überreste von prähistorischen Einfriedungen, Behausungen und alten Ackerflächen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit entdeckt. Damit gehört Helman Tor zu den ältesten besiedelten Landschaften Cornwalls. Heute ist der Hügel Teil eines weitläufigen Naturschutzgebietes, in dem Heideflächen, Feuchtgebiete und alte Wälder aufeinandertreffen. Für Wanderer auf dem Saints’ Way ist es leicht vorstellbar, dass schon viele Generationen vor ihnen diesen besonderen Ort betrachtet haben.

Treffry Viaduct, ein Denkmal der industriellen Vergangenheit Cornwalls

Mitten im grünen Luxulyan Valley taucht zwischen den Bäumen plötzlich ein beeindruckendes Bauwerk auf. Das Treffry Viaduct überspannt das Tal mit zehn eleganten Granitbögen. Für viele Wanderer auf dem Saints’ Way ist es eine überraschende Begegnung: ein Meisterwerk der Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts, verborgen in einer Landschaft, die ansonsten vor allem durch Ruhe und Natur geprägt ist.

Das Viadukt wurde zwischen 1839 und 1842 auf Initiative des kornischen Unternehmers Joseph Thomas Treffry errichtet. Während der Blütezeit des Bergbaus suchte er nach einer effizienten Möglichkeit, Kupfererz, Zinn, Granit und China Clay (eine besonders reine Tonsorte) aus dem Landesinneren zum Hafen von Par zu transportieren. Seine Lösung war ebenso ehrgeizig wie wegweisend.

Das Treffry Viaduct war jedoch nicht nur eine Eisenbahnbrücke für pferdegezogene Loren. In die Konstruktion wurde auch ein Wasserkanal integriert, der ein großes Wasserrad antrieb. Diese Kraft ermöglichte es, schwer beladene Wagen über eine steile Rampe hinaufzuziehen. Durch die Verbindung von Eisenbahn und Aquädukt in einem einzigen Bauwerk entstand eine technische Meisterleistung, die in Großbritannien nahezu einzigartig war.

Mit dem Aufkommen der Dampflokomotive verlor das System nach und nach seine Bedeutung. Die Eisenbahn verschwand, doch das Viadukt blieb erhalten. Heute gehört es zum UNESCO-Welterbe der Kulturlandschaft des Cornish Mining Landscape und erinnert an eine Zeit, in der Cornwall weltweit für seinen Bergbau und seine technischen Innovationen bekannt war.

Helman Tor und das Treffry Viaduct, zwei besondere Orte entlang des Saints’ Way, an denen Natur, Geschichte und Industrie auf einzigartige Weise zusammenfinden.