Der Tod von Königin Elizabeth II.
m 8. September 2022 starb Königin Elizabeth II. Noch am selben Abend wurde deutlich, wie tief ihr Tod das Vereinigte Königreich bewegte. Am nächsten Morgen erschienen die britischen Zeitungen mit bemerkenswert einheitlichen Titelseiten. Vom Daily Telegraph über The Guardian bis hin zu The Times und dem Daily Mirror schienen politische Unterschiede für einen Moment bedeutungslos geworden zu sein.
Die Schlagzeilen sprachen dieselbe Sprache des Respekts, der Dankbarkeit und der Verbundenheit. „Thank You“, „A Life in Service“, „Our Hearts Are Broken“ und „Grief is the price we pay for love“ brachten die Gefühle einer Nation zum Ausdruck, die sich von einer Königin verabschiedete, die mehr als siebzig Jahre lang zum Alltag des Landes gehört hatte.
Während dieser Tage befand ich mich fast fünfhundert Kilometer von London entfernt auf einer Pilgerwanderung durch Cornwall. Doch auch dort war die nationale Trauer deutlich spürbar. In Dörfern und Kirchen, in Gesprächen zwischen Einheimischen und Wanderern begegnete mir überall dieselbe stille Anteilnahme.
Am 11. September nahm ich in Portreath an einem Dankgottesdienst teil. Er begann mit Praise, my soul, the King of Heaven, einem der Lieblingslieder der Königin. In diesem Moment wurde mir bewusst, welche Kraft Hymnen besitzen. Sie sind weit mehr als Kirchenlieder. Sie bewahren das gemeinsame Gedächtnis und finden Worte für Gefühle, die sich mit gewöhnlicher Sprache kaum ausdrücken lassen. Sie verbinden Menschen und Generationen, gerade dann, wenn Worte fehlen.

